Venus im 12. Haus: die Bedeutung
Das zwölfte Haus, ein fallendes, geht dem Aszendenten voraus: Es ist der Teil des Himmels, der gerade aufgegangen ist und schon im Tageslicht verschwindet.
Es betrifft den Rückzug, die Kulissen, das, was fern der Blicke gelebt wird, die gewählte oder erlittene Einsamkeit, die Innenwelt. Saturn freut sich dort nach der Tradition, und das natürliche Zeichen dieses Bereichs sind die Fische, in denen Venus erhöht ist. Dort platziert, wird der Planet der Liebe diskret. Eine Person mit dieser Stellung liebt, ohne es zu sagen, schreibt Gedichte, die sie nicht zeigt, hilft einem Unbekannten, ohne ihren Namen zu hinterlassen.
Die Empfindsamkeit ist fein, das Mitgefühl tief. Diese Venus nimmt das Leiden anderer wahr und sucht es zu lindern: Ehrenamt, Zuhören, Unterstützung isolierter Menschen. Kunst übt man gern in der Intimität aus: Klavier am Abend, Aquarell in einem Zimmer, Musik über Kopfhörer. Zufluchtsorte zählen: ein Rückzug in ein Kloster, ein Haus am Ende eines Weges, eine Stunde allein im Café. Das reinste Vergnügen findet sich mitunter in dem, was sich nicht teilt.
Die Kehrseite ist das Geheimnis. Jahrelang verschwiegen, werden Gefühle schwer, und man kann sich an unmögliche, ferne oder idealisierte Lieben hängen, die leichter zu leben sind als wirkliche Bindungen. Das 6. Haus gegenüber, das des Alltags und des konkreten Dienstes, bietet ein Gegengewicht: Mitgefühl in einfache Gesten verwandeln und Tagträumen in eine Routine, die es nährt.
- Bereich
- Innenlebender Rückzug, das Innenleben, das, was verborgen bleibt
- Typ
- Fallendes HausAchse mit dem 6. Haus
- Natürliches Zeichen
- FischeNatürlicher Tierkreis: 1. Haus = Widder
- Natürlicher Herrscher
- Jupiter